Praxistest: die neue VBOX (Video-Box) in der SUB, Hauptgebäude, im Arbeitsbereich „Lehrbuchsammlung“ im Foyer

Ich möchte gerne über meine Erfahrungen mit der neuen VBOX in der SUB berichten, die ich in den letzten Wochen ausprobieren durfte. Zunächst einige Basisinformationen. Die VBOX ist ein schall-gedämmter Raum, in dem Lehrende und Studierende Videoaufzeichnungen und Screencasts mit professionellem Equipment machen können. Neben einer Kamera gibt es Mikrofone und die Möglichkeit, freie Annotationen und Stiftzeichnungen beizufügen. Eine Ausstattungsliste und viele weitere Hinweise finden sich hier.

Es gibt zudem online eine ausführliche Anleitung und auch in der Kabine liegt eine Mappe mit einer genauen Bedienungsanleitung. Aber es ist trotzdem ratsam, wenn man mit dem Videoequipment und der Camtasia Software zur Videoaufzeichung- und Bearbeitung nicht vertraut ist, sich in die Bedienung der Hard- und Software einweisen zu lassen. Sonst kann es passieren, dass man an irgend einer Stelle des Aufnahemprozesses auf ein Problem trifft, dass eine erfolgreiche Videoaufzeichnung verhindert. Aber der Reihe nach…

Den Zugang zum Raum verwaltet DLL. Der Schlüssel kann bei  Dr. Damla Yildirim abgeholt werden. Der nächste Schritt ist dann, die Licht und die Lüftung einzuschalten. Der kleine schall-gedämmte Raum wird schnell stickig, vor allem wenn man mit mehreren Personen (also max. zu zweit) darin arbeiten will. Aus Platzgründen sind mehrere Personen eigentlich auch gar nicht möglich. Nach dem Einschalten des Rechners (der steht unter dem Tisch, der andere, kleine auf dem Board ist für den Teleprompter) muss man sich mit seinem GWDG bzw. stud. Account anmelden. Dann steht einem eine Windows 10 Oberfläche und z.B. auch das virtuelle Laufwerk zur Verfügung, auf dem man vorher z.B. seine Powerpoint abgelegt hat, mit der man den Screencast machen will. Der erste Schritt ist dann, die Camtasia Software (ganz oben links auf dem Desktop) zu starten. Dort muss man das Dateiformat für die Aufzeichnung auswählen. Wenn man einen Screencast ohne Kameraaufnahme (nur mit Ton) machen will, dann kann man das .avi Format wählen. Aber mit Kamera muss man .trec, ein proprietäres Format von Camtasia, wählen. Anschließend kann es eigentlich schon loslegen. Wenn die richtigen Mikrofone (die beiden rechts und links vom Teleprompter) ausgewählt sind, kann man die Aufzeichnung starten. Wenn der Pegel für das Mikrofon einen Ausschlag zeigt, dann sollte der Tonaufnahmen nichts mehr im Wege stehen. Überprüfen kann man das dann nach der Aufnahme, wenn man die Kopfhörer verwendet. Die Musikboxen, die sich auch in der Kabine finden, sollte man nicht verwenden, da es sonst zu Rückkoppelungen mit den Mikrofonen kommen kann. Ist halt alles sehr eng beieinander. Als Default wird der gesamte Desktop mit der Camtasia Software aufgezeichnet, man kann aber auch Ausschnitte definieren. Wenn man einen Screencast mit einer Powerpoint macht, sollte man lieber nicht die Camtasia AddIns für Microsoft Powerpoint nutzen, die einem automatisch nach dem Start von Powerpoint angeboten werden. Diese Steuerung funktioniert im vorhandenen Setup nicht und man ist schnell frustriert, wenn man zwar alles  richtig bedient, aber dann doch keine Aufzeichnung stattfindet. Auch aus diesem Grunde ist die  Einführung durch Dr. Damla Yildirim empfehlenswert, die einem vor solchen Stolperfallen bewahren kann.

Wenn man schließlich alles fertig aufgenommen hat, dann muss man die Videodatei entweder direkt vom lokalen Laufwerk D: auf sein Speichermedium oder ein Netzwerklaufwerk kopieren (nie direkt auf ein Netzlaufwerk aufnehmen, da das Netzwerk nicht genug Bandbreite hat) oder aber die Videoaufnahme der Camtasia Software im Programm weiter bearbeiten und dann erst extern sichern. Das geht eigentlich ganz einfach (wenn man weiß wie :-). Die rohe Videodatei kann aus dem oben Fenster nach unten in den Bearbeitungsbereich per drag und drop gezogen werden. Erst dann steht ganz oben rechts im Programm ein Exportbutton zur Verfügung, mit dem das Video dann auch direkt in Formate wie mp4  gespeichert werden  kann. Am Ende heißt es dann aufräumen und alle Geräte wieder ausstellen, damit der oder die Nachfolgerin alles so vorfindet, wie es ursprünglich war.

Die VBOX bietet neben der beschriebenen Basis-Videoaufnahme-Funktionalität noch weitere Möglichkeiten, die Aufnahmen möglichst professionell zu gestalten. Da ist z.B. der Teleprompter (mit dem eigenen kleineren Rechner links in der Box auf dem Schreibtisch). Damit kann man sich eine Textdatei anzeigen lassen, die man dann (z.B. als Erläuterungen für Folien) ablesen kann.

Dafür ist der kleine Monitor vor der Kamera (die man mit einer Fernbedienung bequem einstellen kann) gedacht. Ein weiteres Werkzeug ist die Dokumentenkamera (ebenfalls links auf dem Schreibtisch), mit der man z.B. kleine Trick(lege)filme drehen kann oder einfach nur analoges Material mit in den Film einbinden kann.

Das alles wird über das Camtasia Aufnahmefenster gesteuert und je nach Auswahl der Quelle, nimmt dann die Hauptkamera oder die Dokumentenkamera auf. Das ebenfalls vorhandene zusätzliche Audioequipment braucht man für „normale“ Aufnahmen eher nicht, aber wer da Ambitionen hat, dem hilft Dr. Damla Yildirim auf jeden Fall gerne weiter, um das möglichst perfekte Lehr- oder Lernvideo zu produzieren. Durch die Kabine ist die Videoerstellung für den Unterricht ein Stück einfacher geworden und das Angebot wird direkt seit dem Start auch sehr gut angenommen. Man sollte möglichst zwei Wochen im voraus buchen, aber manchmal ist auch kurzfristig noch ein Slot frei, den man dann über ein Kalendertool buchen kann. Ich würde mich sehr freuen, wenn auch in der Philosophischen Fakultät die Eine oder der Andere das neue Angebot nutzen und so mehr digitale Medien für den Unterricht bereitstellen werden.

Jörg W.

 

 

 

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